Kurzweil K2661 Workstation

Hallo zusammen,

heute möchte ich über die Kurzweil K2661 Workstation schreiben. Das Review ist schon etwas älter und war auch schon auf meiner alten Seite zu finden. Da ich aber mittlerweile noch einige andere Geräte besessen habe, aktualisiere ich das ganze nun einmal. Da ich aktuell einen Forte 8 habe, kann ich hier auch ein paar Vergleiche ziehen. Vorab: Eigentlich ist der K2661 “nur” ein K2600 mit weniger Tasten und voll ausgebaut.

kurzweil k2661


Technisches Kurzweil K2661

Hersteller

Kurzweil  (www.kurzweil.com)

Preis

nur noch gebraucht und die “Wunschpreise” liegen bei ca. 1000€. 

Maße und Gewicht 

1002 x 360 x 110 mm, (B x T x H), 14,5 kg

Tasten

61 Synthtasten. Aftertouch

Display

  • 240 x 64 Pixel
  • Hintergrundbeleuchtung regelbar

Controller

  • mehrere Knöpfe
  • 8x Slider
  • Pitch Wheel
  • Modulations Wheel

Sound

  • 200 – 800 Preset Voices, je nach geladenen Objects
  • 200 – 600 Preset Setups, je nach geladenen Objects

Anschlüsse

  • Stereo Master Out
  • 2x Stereo Zusatz put (3/4, 5/6)
  • Stereo Kopfhörer
  • ADAT in/out
  • 6x Fußschalter
  • Midi Trio (In, Out, Thru), Thru als zweiter Out nutzbar
  • Ribbon Controller
  • Hi-Z-Stereo In (Klinke), Lo-Z In (XLR) (Sampling Option)
  • SD-Slot

Mitgeliefertes Zubehör

Netzkabel, Sustain Pedal

Erweiterungen

  • Spots für Romerweiterung
  • Ribbon Controler
  • Sampling Option

Soundqualität

Zum Sound kann man bei dem Gerät eine Menge schreiben. Eigentlich kann er alles, was eine Workstation können muss. Vom Klavier, über Streicher, über Bläser, bis hin zu Analogen Synths ist alles drin.
Die Grundsamples sind meiner Ansicht nach immer noch up to Date, auch wenn sie schon etwas älter sind und im Vergleich zu aktuellem Material sehr kurz. Aber was Kurzweil daraus gemacht hat, ist schon nicht von schlechten Eltern.
Von den Presets ist das aber leider beim ersten hören nicht immer zu sagen. Vieles klingt im ersten Augenblick nicht so gut, wie man es von anderen her kennt, was sich aber oft in der Band nicht als Nachteil gibt, sondern ein Vorteil ist. Der Sound wird nicht zu gematscht und man setzt sich sehr gut durch.

Aber der Kurzweil ist ja nicht nur eine Presetschleuder, sondern bietet reichlich Möglichkeiten der Soundprogrammierung. 
V.A.S.T. Dies ist eine sehr komplexe Tonerzeugung, die keine Wünsche offen lässt. Da dieses System recht komplex ist, muss man sich schon ein paar Tage damit befassen. Im Internet gibt es genug Seiten, die sich damit befassen, deswegen lasse ich das Thema hier mal unter den Tisch fallen.

Zu beachten ist, dass der K2661 „nur“ eine Polyphonie von 48 Stimmen bietet. Man muss also schon aufpassen und ordentlich programmieren. Einfach ein paar Programms zusammen layern bringt einen da nicht weiter als bis zum Soundverschwinden. Allerdings bietet der K 192 Oszillatioren an. Das heißt, wenn man diese sinnvoll in der Programmierung nutzt, hat man schon deutlich mehr als 48 Stimmen, denn Pro Stimme können mehrere verwendet werden.
Außerdem ist der Voice Steel Algorithmus so gut, dass man da schon ein paar Stimmen verlieren kann, ohne das es ausfällt. Vom Gefühl her funktioniert das auch besser als beim neuen Forte, obwohl gesagt wird, dass es der gleiche Algorithmus ist.

Leider habe ich keinen direkten Vergleich zum Forte, aber gefühlt klang der “kleine” K etwas besser als das neue Gerät. Das kann auch Einbildung sein, aber jetzt, wo er nicht mehr hier ist, vermisse ich den K wirklich und sollte sich mal ein Schnapper ergeben, habe ich auch wieder einen!

Effekte / Soundumschalten

Die Effekte kommen aus dem vielfach gelobten KDFX Chip. Diese werden auch heute noch in den Kurzweilgeräten genutzt und waren damals schon auf einem hohen Level. Da kann man nicht meckern und man findet alles was man braucht und kann alle Parameter editieren.
Allerdings muss man sich an die Effektstruktur gewöhnen. Da hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie.

Tastatur

Die Tastatur ist in Ordnung, mehr aber auch nicht finde ich. Dafür ist das Gerät eben sehr handlich. Wobei in Ordnung irgendwie schlecht klingt. Man kann sie gut nutzen und ordentlich drauf spielen. Da gibt es deutlich mehr, die schlechter sind, als welche die besser sind finde ich. Aber das ist ja ein Thema, was jeder von uns anders bewertet.

Bedienung und Möglichkeiten

Das Display ist nicht das größte, bietet aber genug Platz um eine ordentliche Bedienung zu ermöglichen. Das ganze System ist auch recht logisch aufgebaut, allerdings, wie oben schon erwähnt sehr komplex. Über die „Softbuttons“ unter dem Display lässt sich das ganze auch sehr gut handhaben. Eigentlich hat mir da nie etwas gefehlt.
Im Forte findet sich ein größeres Display, aber ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich damit wesentlich schneller oder besser zum Ziel komme. Es ist angenehm und erleichtert die Sache, da teilweise mehr Parameter zu sehen sind.

Die Masterkeyboardfunktionen sind wie bei allen Kurzweilgeräten einfach überragenden. Ich finde, da gibt es bis heute nichts besseres auf dem Markt, schon gar nicht in einem Gerät, dass eigentlich nichts als Masterkeyboard verkauft wird.

Positive und Negative Aspekte

Positive:

+ Komplexe Soundgestaltung
+ Masterkeyboardfunktionen
+ Viel Speicher für User Sounds
+ liest alle gängigen Sampleformate
+ Abwärtskompatibel

Negativ:

– Tastatur
– Smart Media Karten (selten)
– 128 MB Ram sind für die heutige Zeit einfach sehr wenig
– 48 Stimmen sind heute sicherlich auch nicht mehr Zeitgemäß, bzw. waren damals schon grenzwertig.

Fazit

Insgesamt ist es ein sehr komplexes Gerät, welches viele Möglichkeiten bietet. Im Setup Modus können bis zu 8 Zonen belegt werden. Jede mit eigenen Controllmöglichkeiten. Es bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Mit einem Slider können pro Layer gleichzeitig unterschiedliche Dinge gesteuert werden.
Wenn sich die Möglichkeit ergibt, werde ich sicherlich wieder einen holen.

Der Forte ist auf dem Papier einfach das bessere Gerät. An allen Stellen ist ein plus zu finden und vermutlich klingt er auch nicht wirklich schlechter. Da lässt man sich auch gerne vom Gefühl täuschen. Wen man sich die Gebrauchtpreise dann anschaut, kann der kleine K eigentlich keine Empfehlung mehr sein.
Eher wäre ein K2600 schon eine Alternative für zuhause, da es wirklich ein Brocken ist.


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