Von Polar zu Garmin zu Polar und wieder zu Garmin

Wenn man das Internet durchforstet, merkt man schnell:

Die Frage ob Garmin oder Polar das richtige für einen ist, beschäftigt viele Sportler. Es ist eine Glaubensfrage. Funktionen: Haben beide mehr als die meisten von uns je brauchen werden.

Von Garmin zu Polar, von Polar zu Garmin Polar Pacer

Ich vermute mal, dass es dabei vielen geht wie mir: Das Internet hilft so richtig nicht.
Genauso wird es mit allem sein, was ich hier zu diesem Thema sagen werden. Daher nehmt es einfach als Anregung: Probiert euch aus. Denn erst wenn ihr etwas anderes habt, merkt ihr wirklich, wie gut oder schlecht es vorher gewesen ist. Man muss es nur zugeben und man muss wissen, wann es lediglich der Spieltrieb ist, der diese Frage wieder aufkommen lässt.

Ich möchte euch einfach ein wenig von meiner Geschichte erzählen und hoffe, dass es dem ein oder anderen einen weiteren Gedanken mitgibt. Ich werde nicht bis ins Detail auf die einzelnen Geräte eingehe, da es im Internet wirklich viele gute Texte dazu gibt. Wenn es fragen gibt: Immer her damit!

Polar Edge

Angefangen hat alles mit einer Polar Pacer. Im Vergleich zu heute, konnte die Uhr eigentlich nichts, außer Puls messen. In Wirklichkeit war es dann aber schon ein wenig mehr: Uhrzeit und Pulsgrenzen waren einzustellen.

Direkt im Anschluss folgte eine Polar Edge. Diese Uhr ist eine Weiterentwicklung der Pacer mit nunmehr zwei Zeilen im Display. Uhrzeit- und Alarmeinstellungen wurden dabei von der Pacer übernommen.

Polar Protrainer xt

Mit beiden Uhren konnte man auf jeden Fall sehr gut trainieren, da es zu dieser Zeit auch wirklich nur um den aktuellen Puls und keine weiteren Auswertungen ging.
Dafür hätte man natürlich auch jede andere beliebige Pulsuhr nehmen können. Also sprechen wir an dieser Stelle nicht von einer logischen Wahl, sondern einfach von: Ist so passiert, hatte aber Einfluss auf die Zukunft, aufgrund guter oder überhaupt gemachter Erfahrungen.

Später folgte mit der Polar Protrainer XT eine Uhr, die schon deutlich mehr Funktionen mitbrachte:

  • Uhr, mit Alarm-/Weckzeit und einem Kalender
  •  Stoppuhr mit Zwischenzeit- und Rundenzeit-Messung
  •  Alternative Displayanzeige während der Herzfrequenz-Messung
  • Displaybeleuchtung
  • Wasserdicht bis 20m
  • Speicherung von bis zu 48 Runden-/Zwischenzeiten mit dem durchschnittlichen und aktuellen Puls der Runde
  • Maximale und durchschnittliche Herzfrequenz für das gesamte Training
  • Verbrachte Zeit oberhalb, innerhalb und unterhalb der Zielzone
  • Letzte Erholungs-Herzfrequenz
  • Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit des Trainings (separater Geschwindigkeitsmesser erforderlich)
  • Zurückgelegte Strecke (separater Geschwindigkeitsmesser erforderlich)

Auswertungen jeglicher Art habe ich aber auch mit dieser Uhr noch nicht durchgeführt. Also hoffnungslos überdimensioniert! Aber sie passte wie angegossen und das Armband fühlte sich sehr gut an.

Garmin forerunner 305

Mehrere Jahre später habe ich dann mein erstes Garmin Gerät bekommen. Einen Forerunner 305 mit GPS. Diesen habe ich allerdings nur zum Mountainbike fahren genutzt. Die Akkulaufzeit war mit 10 Stunden mehr als ausreichend für meine damaligen Touren. Das Display ist ausreichend groß um kleine Grafiken oder bis zu vier Datenfelder darzustellen, die sich auch automatischen wechseln lassen.
An Board war auch schon die sogenannte Wurmnavigation, die sich bis heute in vielen Uhren wiederfindet und natürlich eine Pulsmessfunktion mit Brustgurt.

Es gibt nicht nur die Möglichkeit, Runden zu nehmen, sondern auch Auto-Lap, mit der man automatische Runden nach einer vorher bestimmten Distanz nehmen kann. Außerdem gibt es einen Virtual Partner und weitere Multisport-Aktivitäten. Und sehr schön: Die Kompatibilität zu Garmin Connect, dem aktuellen Auswerteportal von Garmin. Die 305er ist eine extrem beliebte Uhr und man sieht sie auch heute noch bei sehr vielen Sportlern.

Polar M400

Im Anschluss an die 305 habe ich mir dann 2015 die Polar M400 geholt. Das war dann schon ein Meilenstein für mich. Meine Sportaktivitäten haben sich bis dorthin auch deutlich verschoben. So gehören Laufen, Mountainbike, Schwimmen, Ausdauergeräte und Krafttraining zu meinen wöchentlichen Aktivitäten.

Aber warum ist es wieder eine Polar geworden und keine Garmin nach dem Forerunner? Ich war neu in der Materie der Sportuhren und die Menge bei Garmin hat mich einfach mal erschlagen. Polar hatte deutlich weniger im Angebot und mit der M400 ein Produkt, das scheinbar alles kann. Dazu kam: Das Dingen kostete im Verglich zu der Konkurrenz deutlich weniger.

Zu der Uhr muss man denke ich nicht mehr so viel sagen, da es im Internet mehr als genug Blogs und Foren um diese Uhr gibt. Ich bin auf jeden Fall so zufrieden gewesen, dass wir für Sandra eine zweite M400 gekauft haben. Beide Uhren befinden sich bis heute in unserem Gebrauch. Leider mussten wir beide Uhren schon einmal einschicken, aufgrund des USB Anschlusses. Das ganze ging aber kostenfrei von statten und auch ohne weitere Nachfragen.

Im Norwegen Urlaub haben wir mit der M400 unsere Wanderungen aufgezeichnet. Auch wenn die Uhr keine Barometrische Höhenmessung hat, sondern “nur” mit GPS arbeitet, waren wir mit unserer Aufzeichnung denoch sehr nah an den offiziellen Höhenprofilen.

Von Polar zu Garmin zu Polar und wieder zu Garmin Polar V800

Da ich mir vorgenommen hatte, öfter mal schwimmen zu gehen (und weil ich gerne die aktuellsten Geräte habe, die eh mehr können als ich brauche), kam Ende 2015 die Polar V800 ins Haus. Diese hat mich nun seid zwei Jahre ohne größere Probleme bgeleitet.
Egal bei welcher Sportart, die V800 macht alles mit. Es gibt zwar ein paar Funktionen die mir fehlen, dafür aber auch einige die ich bei Garmin sehr vermissen werde. Zum Beispiel das “Tippen auf den Bildschirm”. Hierüber kann man einige Dinge steuern, wie zum Beispiel das Licht, eine Zwischenrunde nehmen, oder die Anzeigensicht wechseln.

Beim laufen nutzen ich diese Funktion um zwischen den unterschiedlichen Anzeigen weiterzuschalten. Auf dem Ruder-Ergometer nehme ich hiermit die Zwischenrunden nach einem km. Das ist deutlich einfacher, als einen Knopf zu drücken. Manchmal bleibt da einfach nicht viel Zeit. Wie ich das in Zukunft umsetzen werde, muss ich mal schauen (bei Garmin gibt es dafür andere interessante Möglichkeiten).

Eine weitere Sache, an die ich mich in den letzten beiden Jahren sehr gewöhnt habe ist Polar Flow. Die Möglichkeiten der Auswertung sind sehr vielfältig. Natürlich gibt es ähnliches bei Garmin, aber der Mensch ist einfach ein Gewohnheitstier. Allerdings habe ich mich hin und wieder mit Garmin Connect auseinandergesetzt und habe meine Einheiten regelmäßig mit “syncmytracks” (Android) dorthin übertragen, so dass zumindest meine Sporteinheiten auf beiden Portalen zu finden sind.
Lediglich die tägliche Aktivität lässt sich nicht übertragen. Wenn man also Wert auf die History dieser legt, dann ist wechseln, zumindest im Moment, keine gute Idee.

Zum schwimmen kann ich nur ein paar Dinge sagen, da ich leider kein guter Schwimmer bin. Die Uhr erkennt zuverlässig den Unterschied zwischen Brust- und Kraulschwimmen. Die Bahnlänge stellt man ein bevor es los geht. Wenn man eine saubere Wende kann, erkennt die Uhr auch das ganz gut. Da habe ich leider Probleme gehabt und die Uhr hat sich schon mal verzählt. Schade, aber ich denke das ist auch nicht so einfach zu erkennen.

Garmin Fenix 3

Wie ging es jetzt also weiter?

Im April 2017 hatte ich die Möglichkeit eine Garmin Fenix 3 zu testen, mit der ich schon länger geliebäugelt habe. Die Uhr saß gut und mit der Bedienung bin ich auch recht schnell zurecht gekommen. Behalten habe ich die Uhr aber nicht.

Wieso?

Der Mehrwert zu meiner V800 war für mich einfach nicht offensichtlich. Auch wenn ich gerne ein neues Spielzeug gehabt hätte… die “Angst” vor dem Wechsel zu Garmin Connect war dann einfach größer als der Spieltrieb.

Garmin Fenix 5

Aber wie das immer so ist mit dem Spieltrieb… ich habe mir dann irgendwann eine Fenix 5 bestellt. Die ging allerdings sehr schnell wieder zurück, nämlich direkt am nächsten Tag. Vom Gefühl her saß sie einfach nicht so gut wie die Fenix 3 und vermutlich waren mir im Hinterkopf auch die 580€… etwas zu viel.
Die Bedienung hat sich auch etwas geändert zur Fenix 3 und da habe ich dann auch als Argument genutzt, dass ich zu faul bin, mich da auch noch umzugewöhnen.
Den internen Pulsmesser habe ich auch nur im “Nichtsportbetrieb” getestet. Da hat er recht gut funktioniert.

Jetzt war ich fest davon überzeugt: Du bleibst Polar treu denn die machen alles richtig. Eine Sportuhr ohne Schnick Schnack denn mehr brauchst du doch eigentlich gar nicht. Aber die Updates lassen nach, es fehlen immer noch ein paar Funktionen und meine Ruderschläge werden auch nicht gezählt. Aber die nächste Generation wird schon noch kommen und alles besser machen.
Zwischenzeitlich dachte ich schon an eine Samsung Gear S3 um meine Spielsucht zu befriedigen und die Polar nur noch als reine Sportuhr zu nutzen.
Aber immer die Uhr wechseln finde ich dann auch doof. Gerade wenn man die ganzen Fitness Funktionen auch nutzen will.

Neben der Fenix 5 gibt es ja auch noch die “günstige” Alternative: Forerunner 935. Eigentlich eine Fenix aus Kunststoff. Wobei in der Fenix ja auch recht viel Kunststoff verbaut wurde. Die 935 gab es allerdings zu Anfang nur sehr selten und vor allem nur zum UVP. Und der lag irgendwo bei der Fenix 5. Also auch zu teuer für ein Spielzeug, dass man eigentlich nur haben will und so gar nicht braucht.

Aber, die meisten Dinge erledigen sich von selbst, wenn man einfach nur lange genug wartet… es kam der Black Friday, die Preise gingen zum Teil rapide nach unten und ich habe ihn: Verpasst! Aber das sollte sich als Glück erweisen.
Ein paar Tage später habe ich ein Top Ausstellungsmodell für einen noch besseren Preis bekommen. Da konnte ich einfach nicht mehr nein sagen, da vorne schon die 3.. stand. Also bestellt, geliefert, ausgepackt… Eine Forerunner 935 ist meine!

Die Uhr sitzt. Und zwar richtig gut. Kein Vergleich mit der Fenix 5. Aber ich wollte mir das Wochenende geben um mich an die Uhr und vor allem an Garmin Connect zu gewöhnen.
Das hat so gut funktioniert, dass die V800 seit dem Tag nur noch auf dem Schreibtisch liegt. Ich überlege jetzt, die Uhr zu verkaufen oder ob ich sie als Reserve liegen lasse.

Allerdings muss ich jetzt nach ca. 1 1/2 Monaten Testphase sagen, dass ich Polar Flow für die Auswertung meiner Sportdaten besser finde, als Garmin Connect. Da aber sehr viele Sportler eine markenunabhängige Auswerteplattform nutzen, ist das aus meiner Sicht kein Ausschlusskriterium. Nebenbei kopiere ich meine Daten immer noch per “Syncmytracks”, so das ich immer noch in Polar Flow nach den Sportdaten schauen kann.

Edit: 16.04.2018

GPS Track Garmin 935

Was bei der Forerrunner definitiv schlechter ist, als bei der V800 und M400 ist das GPS…
So eine Wanderung über den See ist weder mir, noch Sandra jemals mit den Polar Uhren passiert.
Guckt man sich die Tracks der Uhren im Vergleich an, sieht man auch direkt, dass die Garmin im Wald oder neben höheren Gebäuden deutliche Abweichungen zeigt. Da gibt es schonmal eine Schlagenlinie, die ich so nicht gelaufen bin.
Am Ende passen die Werte allerdings für meine Nutzung ausreichend gut zusammen.

Edit: 23.04.2018

Heute habe ich beim laufen meinen Pulsgurt mal zuhause gelassen… ok, wenn ich ehrlich bin, habe ich ihn vergessen und hatte keine Lust mehr umzudrehen. Also habe ich mich mal auf den HR Sensor der Uhr verlassen.
Er ist deutlich träger als der Pulsgurt und schwankt auch deutlich mehr, aber für eine relativ entspannte Runde ist er durchaus ausreichend, wenn man sich zusätzlich auf sein Gefühl verlässt.
Natürlich fehlen die ganzen Laufspezifischen Daten, da die Uhr selber “nur” die Schrittlänge und die Schrittzahl aufnimmt.

Edit: 27.05.2018

Die V800 ist nun verkauft. Nachdem Sie jetzt schon etwas länger nur auf dem Schreibtisch gelegen hat, dachte ich: Bestimmt gibt es jemanden, der die Uhr noch gut gebrauchen kann.

Ich hoffe ihr bekommt ein paar Anhaltspunkte die euch vielleicht bei der Entscheidung helfen.

Edit: 03.08.2018

Mittlerweile bin ich mit der 935 auch schwimmen gewesen. Wie die V800 erkennt die Uhr sehr gut, welchen Schwimmstil man Anwender. Ebenfalls kann die Bahnlänge eingestellt werden. Was zumindest bei mir besser funktioniert als bei der V800, ist die Wendeerkennung. Die Uhr hat sich um eine Bahn verzählt, was aber vermutlich an mir lag.

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