Brasilien – Tag 3, Rio De Janeiro, Wanderung, Pedra da Gavea

Tag 3 – Pedra da Gavea

Eigentlich wollten wir die Wanderung erst einen Tag später machen. Da das Wetter laut Bericht aber umschlagen sollte, haben wir das dann doch vorgezogen. Im Vorfeld haben wir uns viele Berichte durchgelesen und die Wanderung trotzdem mit einem Guide gemacht. Aus meiner Sicht war die Entscheidung richtig. Wieso und warum erfahrt ihr im weiteren.

Um sechs Uhr gab es Frühstück, denn zwischen halb sieben und sieben sollten wir von unserem Guide abgeholt werden. Wichtig: Sonnencreme, kleine Snacks und vor allem viel zu trinken. Wir hatten 1,5 Liter Wasser mit pro Person und am Ende stellte sich raus: Das ist zu wenig für uns bei dem Wetter. Der Guide (Pablo) kam gegen viertel vor sieben und da ging es schon los… Warum auch immer hatten die uns einen geschickt, der kein Englisch spricht. Ich glaube wir haben beide kurz überlegt und dann gedacht, dass kann ja kein Grund sein, dass jetzt nicht zu machen. Also ab ins Auto und los. 30 Minuten und eine Buckelpiste später sind wir dann am Ausgangspunkt der Wanderung.

Die ersten paar Minuten gehen relativ gleichmäßig, aber schon stetig nach oben. Der Weg ist grob gepflastert und macht erst mal keine Probleme. Dann wird es etwas steiniger. Pablo macht uns auf ein paar Früchte aufmerksam von denen man besser die Finger lässt.

Vom Gefühl her sind wir recht schnell unterwegs. Da meine Uhr leider ihr GPS Signal verloren hat, bzw. nur immer mal wieder Signal hat, kann ich da auch gar nicht so viel zu sagen. Auf jeden Fall bin ich nach 30 Minuten schon am pusten und wir kommen zu den ersten Kletterstellen. Das finde ich auch noch gar nicht so schlimm und erinnert mich an die Kletterpassagen, die ich in Norwegen kennengelernt habe. Aber ich habe an dieser Stelle schon mindestens dreimal gesagt: das schaffe ich nicht und hier komme ich nicht wieder runter. Die hohen Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit haben es in sich, obwohl wir bisher nur im Schatten sind.

An dieser Stelle kam uns schon die erste Gruppe von oben wieder entgegen. Die hatten sich mitten in der Nacht aufgemacht um den Sonnenaufgang anzuschauen. Das muss unbeschreiblich sein. Aber wie würde ich mich nur im dunkeln fühlen, wenn ich schon im hellen solche Probleme habe?

Die Kletterpassage am Pedra da Gavea

Nach den Kletterpassagen geht es einen normalen Wanderweg weiter. Hier hat man Stufen, Steine, Bäume, Äste und alles was man eben so kennt. Nach insgesamt einer Stunde erreichen wir eine Stelle, wo der Boden sehr sandig ist. Wir haben nur Turnschuhe und keine Wanderschuhe mit, da wir ja etwas aufs Gepäckgewicht achten mussten. Mit Wanderschuhen wäre das sicher einfacher gewesen. Aber ich habe keinen Grund mich zu beschweren. Andere mussten wohl mehr Gewicht sparen, denn die sind nur in Badeschlappen oder Flip Flops unterwegs. Erinnert mich etwas an Norwegen.

Der nächste markante Punkt ist dann die Kletterstelle, die überall erwähnt wird. Was soll ich dazu sagen… Ein Stückchen haben wir ohne Sicherung hinter uns gebracht und dann das Klettergeschirr angelegt. Vermutlich hätten wir es sogar ohne schaffen können, aber sicher ist sicher. Ich würde auch jedem empfehlen sich dort zu sichern. Klar kann man das schaffen, aber es geht schon steil runter und da ist keine Matte, kein Wasser und kein Netz, dass einen auffängt. Vermutlich bin ich auch einfach ein Angsthase, aber das kann auch mal hilfreich sein. Wir müssen hier etwas warten, da wir nicht die einzigen sind.
Wir bringen die Stelle hinter uns und es geht sandig weiter. Links der Berg, rechts der Hang, aber genug Platz dass ich mich sicher fühle. Nach 2h 32m erreichen wir den Gipfel. Später sagt Pablo uns noch, dass wir tatsächlich zu den schnelleren gehören.

Die Aussicht ist einfach überragend. Wenn man das sieht, dann hat sich die ganze Quälerei gelohnt. Natürlich denke ich schon wieder an den Rückweg, aber erst einmal versuche ich es zu genießen. Da die Sonne schon ziemlich brennt machen wir uns nach 30 Minuten wieder auf den Rückweg, der für mich nicht weniger anstrengend ist. Leider merken wir auch jetzt erst: 1,5 Liter sind zu wenig. Für den Rückweg haben wir zwar noch etwas, aber vermutlich wird das nicht reichen.

An der Kletterstelle sichern wir uns wieder und Pablo seilt uns ab. Das ist natürlich deutlich einfacher als zu klettern. Ein paar Meter weiter, finden sich auch noch Seile, an denen man sich noch weiter und vor allem alleine abseilen kann. Natürlich müssen wir hier wieder etwas warten, gefühlt auch länger als beim Aufstieg, da immer mehr Leute auf den Berg wollen.

Pedra da Gavea

Umso näher wir dem Ende kommen, umso mehr macht sich das Wasserproblem bei mir bemerkbar. Man merkt sofort, dass Sandra deutlich mehr Erfahrung mit dem Wetter und dem Wandern hat. Mein Kreislauf ist wirklich am Ende und nach einer kurzen Pause in der wir zwei Äffchen beobachten dreht sich einmal alles. Unten angekommen erwartet uns ein Junge mit einer riesen Kiste Eis und kalten Getränken. Meine Rettung!!


Der Abstieg ging mit 2h 19 Minuten etwas schneller. Im Hotel angekommen ging es für mich ab unter die Dusche und dann direkt ab ins Bett. Sandra hat uns noch etwas zu Essen besorgt und ich habe zwölf Stunden geschlafen 🙂 Aber es hat sich gelohnt.

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