Praktische Anwendung, Klick-Sequenzer-Live

Klick-Sequenzer-Live

In den Musikerforen, und auch von befreundeten Musikern, kommt häufig die Frage auf wie man am besten mit dem Thema Klick und/oder Sequenzer umgehen sollte. Wie bei den meisten Themen gibt es natürlich nicht nur eine und schon gar nicht die beste oder richtige Lösung.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten und man muss für sich die finden, die funktioniert und am praktikabelsten ist. Das hängt unter anderem von dem vorhandenen Equipment und den damit verbundenen technischen Möglichkeiten ab. In vielen Fällen muss man nicht einmal Geld ausgeben, weil schon alles vorhanden ist.
Oder aber man hat das Geld zur Verfügung und kann sich die Lösung basteln, die in diesem Augenblick das vermeintliche Optimum zu sein scheint.

Ich selber weiß schon gar nicht mehr, wieviele unterschiedliche Grundversionen mit mehreren Varianten ich getestet habe, bis ich zur aktuellen Lösung gekommen bin. Diese möchte ich euch heute gerne vorstellen:

Klick-Sequenzer-Live Audio

Die Basis für mein gesamtes System ist aktuell ein Korg Kronos X 73. Der Kronos ist als Keyboard nicht mein erste Wahl gewesen, bietet aber als Workstation im Moment das kompletteste Gesamtpaket. Daher arrangiere ich mich mit den paar Dingen die mir nicht so gut gefallen und nutze die vielfältigen Möglichkeiten, die dieses Gerät bietet.

Der Sequenzer bietet mit 16- Midi und 16 Audiospuren mehr als genug für meine Zwecke. Die Vorbereitung der Spuren findet zu 95% am PC statt und ist ein anderes Thema. Man kann das ganze natürlich auch am Kronos machen, aber ich fühle ich am Rechner deutlich wohler und bin vor alle Dingen wesentlich schneller.
Für Backingtracks und weiteres nutze ich normalerweise immer Audiospuren um Polyphonie zu sparen. Nur in ganz wenigen Fällen steige ich auf Midi um. Im Regelfall nutze ich daher drei Audiospuren. Zwei Spuren für die Bankings (Stereo, Links und Rechts) und eine Spur für einen Audio-Klick.

Der Audio Klick geht über den Ausgang 1 am Kronos in meinen Submischer (X32R) oder direkt in unser FOH-Pult. Von hier aus wird das Signal an mein IN Ear-System und an unseren Schlagzeuger geleitet. Bei Bedarf können die restlichen Musiker natürlich auch mit dem Klick versorgt werden, wenn es denn benötigt wird. Insgesamt ist das eine zuverlässige Sache und es wird “nur” ein IN Ear Monitoring für die Musiker benötigt, die den Klick bekommen sollen.
Ich habe mir das System so eingestellt, dass ich den Klick für mich ein- und ausschalten kann. Im Normalfall orientiere ich mich komplett am Schlagzeug. Für Intros oder ruhige Zwischenteile nutze ich dann den Klick, damit der Drummer nicht so viel, oder auch mal gar nichts machen muss.

Die Audiospuren schicke ich normalerweise immer über die Main Ausgänge mit meinen normalen Sounds raus. In Einzelfällen geht auch schon mal was über 3/4 raus, das ist aber wirklich sehr selten und auch nur, wenn wir den Tontechniker kennen und ich einiges mit ihm geklärt habe.

Das System funktioniert sehr zuverlässig und als Aufwand zusätzlich zum Backing benötigt man nur die Klick Spur. Wenn man sich hier aber eine “Vorlage” macht und diese dann einfach im Tempo anpasst, ist auch d2er Aufwand wirklich sehr gering.

Klick-Sequenzer-Live Midi

Bei meiner Band RockAroma ist dies allerdings nur eine Backup-Lösung! Hier gehen wir einen ganz anderen Weg:
Unser Schlagzeuger spielt ein Roland TD-30 E-Drum. Das ist für unsere Arbeit in sofern komfortabel, da er damit einmal seinen eigenen Klick generiert und über Midi ein externes Clock Signal verarbeiten kann. Dieses Clock Signal bekommt er von meinem Korg Kronos. Hier habe ich für jeden Song eine eigene Performance oder eine Voice, die das jeweilige Tempo beinhaltet. Dieses wird dann per Midi an das TD geschickt und wechselt so mit jedem Song.

Haben wir Tempowechsel im Song, wird dies über eine MidiMaster Spur geregelt, in der dann die Tempoangaben hinterlegt 
sind. Da wir die meisten Songs ohne Backingtracks, aber mit Klick spielen, kann unser Drummer den Klick selber stoppen, starten oder unterbrechen, ganz wie der Song oder er das braucht. Bei Mitsingparts ist das schon angenehm oder bei Teilen die wirklich komplett aus dem Temporaster fallen.
Für Intros und so weiter habe ich mir in den Performances (nur in denen es gebraucht wird) einen Drumtrack zurecht gelegt, der lediglich die Hi-Hat ausgibt. So kann ich mein Metronom bequem über den DrumTrack Taster starten und beenden sobald der Drummer einsteigt. Der Drumtrack liegt auf den Ausgängen 1/2 und läuft über meinen Submischer auf mein In Ear. Bei Bedarf können wir so auch einen Audioklick erzeugen, der wieder an den Drummer geht.

 

Ich hoffe ich konnte euch hier ein paar Anregungen geben. Und selbst wenn nicht: Jetzt wisst ihr zumindest, wie ein anderer mit diesem “Problem” umgeht. Falls Ihr fragen zu meinem oder einem anderen System habt, meldet euch einfach bei mir.

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