Unser Trip nach Norwegen (2-kjeragbolten Lysebotn)

 

25

Die Anreise, es ist schon nicht so schön.

Die Anreise

Die Anreise

Unser Nächstes Ziel ist die Wanderung zum Kjeragbolten. Dabei handelt es sich um einen 5m³ großen Monolithen, der in einer Felsspalte 1000m über dem Lysefjord eingeklemmt ist. Bis ich den Namen das erste mal gegoogelt hatte, war mir nicht wirklich klar, was das heißt. Und auch die weiteren Bilder im Internet geben nicht einmal im Ansatz wieder, wie es ist vor oder vielleicht sogar auf diesem Stein zu stehen. Wer mehr wissen will, bemühe bitte google :).
Für mich ist allerdings die Fahrt dorthin schon sehr aufregend. Teilweise sind die Straßen sehr eng und über die einspurigen Tunnel, die teilweise nicht gerade kurz sind, möchte ich gar nicht reden. Leider geben hier auch weder Bilder noch Videos wieder, was ich damit sagen möchte. Das muss man einfach selber erlebt haben!

kjeragbolten

Stavanger – Lysebotn

024

Abfahrt nach Lysebotn

In einigen Tunneln haben wir mehr Serpentinen, als wir in Deutschland überhaupt schon einmal am Stück gesehen haben.
Etwas unheimlich ist mir das schon. Die Abfahrt in den Fjord nach Lysebotn kommt natürlich erst nach der Wanderung, aber wenn man sich die Karte einmal anschaut, versteht man, wieso ich das an dieser Stelle kurz vorziehe. Leider ist dort nicht zu erkennen, was alles zum Tunnel gehört…und was nicht.
Aber die beiden langen Geraden, die aussehen wie ein “Fehler” in der Karte und die Serpentinen die diese kreuzen gehören allesamt dazu. Und es ist wahnsinnig eng dort. Wir hatten allerdings Glück und im Tunnel ist uns kein Auto entgegenkommen. Aber vorher wollen wir ja noch die Wanderung zum Kjerak, dem Stein der tollen Fotos, machen.

Die Wanderung zum kjeragbolten

25

Die Wanderung

26

Wanderung

Schon bei der Ankunft am Parkplatz gefällt uns das Wetter so gar nicht. Es ist diesig, kühl und nach Regen sieht es auch noch aus bzw. es tröpfelt schon leicht. Aber oben auf dem Berg kann das Wetter auch anders aussehen. Abgesehen davon könnten wir die Wanderung zwar auf den nächsten Tag verschieben, aber die Aussichten sind auch dafür nicht so richtig gut. Also ordentlich einkleiden, wofür haben wir schließlich das ganze Auto voll, Rucksäcke mit Proviant auf und los gehts.

Vor der Reise sei noch gesagt, ich persönlich bin komplett Wanderunerfahren. Sandra ist da um einiges weiter. Dazu kommt bei mir auch noch: Ich bin ein absolutes Bewegungs- und Gleichgewichtswunder (Ironie). Aber im Nachhinein würde ich  die Wanderung als schafbar einstufen. Auch für weniger geübte und unerfahrene Wanderer. Man muss sich ja nicht hetzen und wenn man Zeit mitbringt, geht das.

Das Höhenprofil

Das Höhenprofil

Der Weg ist gut sichtbar markiert und wenn man nicht beim schlimmsten Wetter oder zu den unmöglichsten Zeiten loszieht, findet man auch immer Gleichgesinnte auf der Wanderung. Eine Strecke sind etwas über 5km, das GPS lief die ganze Zeit mit (ich bin ein kleiner Statistiker). Zeitlich haben wir ca. 2:20 pro Strecke benötigt. Man kann das sicherlich auch schneller schaffen, aber so wirklich eilig hatten wir es ja nicht.
Gerade ist mir dann auch eingefallen, dass wir natürlich auch ein Höhenprofil zu der Wanderung haben.
Auch wenn es dort nicht so wirklich rüber kommt, es geht direkt zu beginn schon ziemlich steil nach oben. Das letzte drittel ist dann relativ Eben und sehr angenehm zu wandern. Man kann schon fast von spazieren gehen sprechen. Ein offizielles Höhenprofil haben wir am Ende der Wanderung fotografiert. Das kommt dann also auch noch und wirkt etwas anders. Also nochmal: Auf los gehts los!

Der Aufstieg

Und alles nur Felsen.

Es geht steil los.

Die ersten paar Meter (wirklich nur ein paar) zum kjeragbolten legt man relativ gemütlich über eine mehr oder weniger schlammige Wiese zurück und dann geht es auch schon richtig los. Relativ steil geht es aufwärts und man hat eigentlich nur Felsen unter sich.

Trotz des Drahtseiles, welches über den ganzen Aufstieg gespannt ist, habe ich schon etwas zu kämpfen. Von null auf hundert ist nicht immer gut, wer kann das schon ahnen. Aber ich schaffe es.
Wichtig ist aus meiner Sicht das richtige Schuhwerk und ein vernünftiger Rucksack. Wobei wir von Wanderschuhen über Laufschuhe bis zu Badelatschen alles zu sehen bekommen. Manche Leute sind da einfach extrem komisch. Ein vernünftiger Rucksack verhindert auf jeden Fall schmerzen und macht es deutlich leichter mit dem Gepäck zu wandern. Und das sollte man auf jeden Fall dabei haben. Genug zu trinken, etwas zu essen und am besten noch andere Kleidung um dem Wetter vorzubeugen. Später sind wir auf jeden Fall froh, noch warme und regendichte Sachen dabei zu haben.

Die erste Pause
Gleich gehts wieder runter

Gleich gehts wieder runter

Das erste Plateau

Das erste Plateau

Auf dem ersten Plateau angekommen, kommt dann die Ernüchterung. Es geht offensichtlich direkt wieder runter, was natürlich grundsätzlich toll ist, aber dann auch wieder ein ganzes Stückchen rauf. Dieser erste Abstieg ist teilweise recht steil, aber auch ohne Probleme machbar, wenn man sich zumindest ein bisschen bewegen kann.

Natürlich denke ich schon die ganze Zeit an den Rückweg und dass ich da dann auch wieder hoch muss. Das trübt zumindest meine Laune dann doch etwas (Sandras natürlich nicht), aber bis dahin sollen ja noch locker vier oder fünf Stunden vergehen. Vom ersten Plateau aus sehen wir dann den Schnee auf den Bergen. Ein paar Minuten später sind wir aber auch schon selber mitten drin im Schnee und auf der nächsten Ebene.

Ich im Schnee

Ich im Schnee

Unser erster Schnee

Unser erster Schnee

Und abwärts

Und abwärts

Hier geht es dann noch einmal leicht runter in eine flache Senke in der sich auch ein kleiner See befindet. Das Wasser ist sehr klar und sauber. Kennt man so gar nicht oder nur sehr selten aus der Heimat. Vom Schwierigkeitsgrad her würde ich diesen Teil als recht einfach beschreiben. Zumindest habe ich als Einsteiger so gut wie keine Probleme und das soll schon was heißen!

Die Ebene

Unten im Fjord: Lyseboten

Im Fjord: Lysebotn

Kleiner See

Kleiner See

Die Ebene

Die Ebene

Nach einem weiteren Anstieg kommen wir dann endgültig oben auf der Ebene an. Hier hat man nur Felsen, Schnee und wir leider auch noch reichlich Nebel.
Das führt dann dazu, dass wir nicht den “ausgeschilderten” Weg nehmen, sondern einen leicht abgewandelten.
Kein Problem, da man sich hier oben eigentlich nicht verlaufen kann. Wir haben auch noch genug Wanderer, die ebensolche Probleme haben und auch genug die schon weiter, oder trotz des Nabels noch, vorne zu sehen sind. Man fragt sich die ganze Zeit, wie lange noch und irgendwann kommt man dann einfach mal an.

kjeragbolten

Der kjeragbolten

Der kjeragbolten

Der Nebel machte das ganze dann deutlich unspektakulärer als es wirklich ist. Man kann die Höhe des kjeragbolten gar nicht richtig wahrnehmen sondern nur erahnen. Trotz des schlechten Wetters sind wir aber nicht die einzigen, die einen Blick auf den Stein riskieren wollen. Man könnte meinen es wären 20 Grad und der Parkplatz direkt nebenan!

Umso näher man dann kommt, umso bewusster wird einem was das überhaupt ist und was es heißt dort rüber zu gehen. Natürlich war schon vor der Anfahrt klar: Thorsten darf da nicht rüber. Vermutlich auch eine gute Entscheidung. Der Schritt auf den Stein ist machbar, aber es ist ganz schön eng und für meine kurzen Beine ein ganz schön großer Schritt. Durch den Regen ist es auch etwas rutschig. Aber die Mutigen und Geschickten kann das nicht abhalten und Sandra ist leider eine von Ihnen. Ich könnte jetzt auch sagen: Auf dem Bild bin ich zu sehen, erkennt eh niemand.

Sandra klettert rüber

Sandra klettert rüber

Leichte Unsicherheit?

Leichte Unsicherheit?

Unsinn: Es läuft!

Unsinn: Es läuft!

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber sind wir ehrlich, die Menschen die mich kennen, würden sofort wissen das nicht ich auf diesem Felsen stehe. Aber irgendwann, wenn das Wetter besser ist und wir noch einmal dort oben sind, werde ich auch rüber gehen. Zur Not mit Sicherungsleine. Wohl ist mir nicht als Sandra rüber klettert. Für sie ist der Schritt auch sehr groß und es dauert schon etwas bis sie auf dem Felsen steht.
Ungefährlich ist das nämlich wirklich nicht, aber die Todesfälle scheinen sich wirklich in Grenzen zu halten, sonst würde man vermutlich deutlich mehr darüber hören. Leider haben wir keine Bilder von dem schmalen Weg zum Stein gemacht, aber da gibt es mehr als genug YouTube Videos die ihr euch anschauen könnt oder Bilder bei google. Langsam machte sich das Wetter bemerkbar, denn es wurde kalt. Also ab auf den Rückweg.

Wieder unten

Der Fjord

Der Fjord

Hände waschen

Hände waschen

Gleichgewicht, nichts für mich

Gleichgewicht, nichts für mich

Der letzte Abstieg

Der letzte Abstieg

Geht doch

Geht doch

Höhenprofil

Höhenprofil

Unten angekommen fotografieren wir noch das offizielle Höhenprofil für euch. Mit der hier verwendeten Skalierung erkennt man deutlich wie steil es wirklich nach oben geht.

Trotzdem würde ich sagen, die Wanderungen ist auch für nicht erfahrene Wanderer schaffbar und auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Man kann ja Zeit mitbringen.

Die Aussicht auf den Fjord ist wunderschön und auch der Blick auf den kjeragbolten ist schon was besonderes. Bei gutem Wetter ist das natürlich noch einmal eine ganz andere Nummer.

Nach der anstrengenden Wanderung gönnen wir uns dann erstmal eine kurze Verschnaufpause am Auto, bevor wir uns auf den Weg zu unserem Nachtquartier in Lysebotn machen. Etwas dreckig bin ich wohl auch geworden.

Die Unterkunft

Endlich Pause

Endlich Pause

Zu der Abfahrt ins Tal hatte ich zu Beginn ja schon etwas geschrieben. Langsam, Eng und Wohnmobile. Ich habe mit meinem Kombi schon keinen Spaß und wenn ich dann an die großen Schiffe denke oder vielleicht mit Wohnwagen hinten dran… Puh…
Im Bild unten sieht man auch einen Teil des langen Tunnels, den ich am Anfang beschrieben hatte.

Das Tal als solches ist auf jeden Fall sehr schön. Man ist mitten bzw. am Ende des Fjord und ich glaube wenn man das ganze einen Ort nennt, ist das schon deutlich übertrieben. Auf Wikipedia gibt es ein schönes Bild von oben, wo man sieht wie wenig hier wirklich zu finden ist. Quasi nichts!

Zur Übernachtung haben wir uns schon vorher das lysefjorden turisthytte ausgesucht. Dabei handelt es sich um einfache praktikabel eingerichtete Hütten. Mit der Sauberkeit sind wir nicht ganz zufrieden, obwohl es auch nicht wirklich günstig ist für so eine Unterkunft. Aber wo die Nachfrage groß ist und wenig Markt, da kann man sich so etwas erlauben. Ohne Frage. Aber man ist ja nur zum schlafen dort, also kein Problem. Wir sind mit Schlafsäcken und Überziehtüchern auch bestens auf so eine Situation vorbereitet. Die Dusche hat auch warmes Wasser und tut am Ende des Tages wirklich gut.

Wir wollen uns dann auch recht zügig ins Bett verziehen, da am nächsten Tag wieder eine längere Autofahrt bevorsteht.

Transport per Hubschrauber

Transport per Hubschrauber

Lysefjord

Lysefjord

Der Tunnel

Der Tunnel

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.