Tascam LM-8ST

Hallo zusammen,

heute möchte ich über den Tascam LM-8ST Mischer schreiben. Das Review ist schon etwas älter und ich habe das Gerät mittlerweile gegen ein X32R ausgetauscht, aber trotzdem war ich sehr zufrieden und würde ihn, wenn ich Bedarf hätte in jedem Fall wieder kaufen.

Tascam LM-8ST

Technisches

Hersteller

Tascam (www.tascam.de)

Preis 389 €€  (aktuell: 385€ neu, ab 200€ gebraucht)

Maße und Gewicht 

482 x 44 x 280 mm (B x H x T), 3 kg

Eingänge

– 8 Stereo mit Line Pegel; 6,3-mm Klinke, symmetrisch
– je Kanal +4 dBu und -10 dBV schaltbar (rückseitig)
– Signal- und Übersteuerungsanzeigen in jedem Kanal
– zusätzlicher Mikrofon-/Lineeingang im Kanal 1; XLR

Ausgänge

– 2 Steroausgänge (ST1 und ST2/AUX, XLR bzw. Cinch)
– LED Stereopegelanzeige in beiden Ausgängen
– Kopfhörerausgang mit wählbarer Quelle (ST1, ST2/AUX)

Sonstiges

– symmetrischer Masterbusausgang und –eingang zum Kaskadieren
– Erdungsklemme und Ground-Lift-Schalter

Mitgeliefertes Zubehör

Netzkabel, Anleitung

Die genauen technischen Daten sind bei Bedarf auf der Internetseite von Tascam zu finden.

Das Auspacken und der erste Eindruck

Bestellt habe ich den Tascam an einem Sonntag bei Thomann. Am Montag kamen die gewöhnlichen E-Mails zu der Bestellung und am Dienstagmorgen hat der nette DHL Mensch das Paket bei meinem Nachbarn abgegeben. Da kann man echt nicht meckern! Super Service!!

Also erst mal den großen Thomann Karton aufgemacht und den etwas kleineren Tascam Karton herausgeholt. In dem waren dann neben dem Mischer noch ein Stromkabel, Anleitungen in diversen Sprachen, die ich nicht mal kannte, und natürlich das Garantiezeugs zu finden. Eigentlich ist es Verschwendung um den Gerätekarton noch einen Versandkarton zu packen. Aber das ist wohl dem Retouren und damit auch B-Wahren System geschuldet.

Im Vergleich zu meinem Behringer RX1602 wiegt der Tascam schon einmal etwas mehr. Ein Blick in die technischen Daten verrät: 1 Kg Unterschied. Nicht viel, aber solche Kleinigkeiten summieren sich sehr schnell im Rack.
Vom reinen Anfassen der Hardware fühlt sich das Ganze auch sehr wertig an. Das Gehäuse macht einen robusten Eindruck, die Rackohren sind am Gehäuse angeschraubt und sehr massiv.
Die Potis liegen wie ich finde sehr gut in der Hand. Sie lassen sich nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer bewegen. Da fühlt man sich schon wohl. Aber für den Preisunterschied sollte es sich auch anders anfühlen als ein RX1602.

An dieser Stelle war für mich auch schon klar: Wenn er nicht total daneben klingt, wird er den RX1602 ersetzen. Also habe ich nicht lange gewartet, sondern mein Rack aus dem Proberaum geholt und die beiden ausgetauscht, um den Tascam in meinem gewohnten Setup zu testen.

Der Einbau und die Kabel

Der Tascam ist etwas tiefer als der Behringer, was mich beim Einbau schon vor ein Problem stellte: Wohin mit den ganzen Kabeln? Ich habe ein normal tiefes 4 HE Rack mit Schienen vorn und hinten. Auf der Rückseite habe ich eine Stromleiste, eine 4-Fach DI-Box und eine 2 HE Rackblende für die D-Serie Buchsen. Darin habe ich zwei Powercons und 10 Combo Buchsen (Klinke/XLR) die zu den Geräten gehen.
Der Abstand zwischen den Klinkensteckern und den Buchsen in der Blende ist sehr eng. Winkelklinken sind an dieser Stelle nicht zu benutzen, wenn man über und unter dem Mischer noch andere Geräte verbauen will die ähnlich lang oder sogar länger sind.
Wenn man das Ganze aber vorsichtig angeht, bzw. anders plant als ich es getan habe, dann funktioniert es auch. Das ist eben der Nachteil, wenn man Komponenten im System durch andere ersetzen will.
Der ST1 Ausgang hängt an meinem In Ear System und der ST2 geht nach draußen zum FOH. Sollte man aber andersrum machen, aber ich habe beim Einstecken nicht aufgepasst. Wieso andersrum? Kommt noch!

Der Funktionstest

Der erste Test läuft mit meinem Kurzweil PC3 und dem In Ear System. Da ich mit diesem Aufbau schon länger spiele, kenne ich den Sound und weiß wie es geklungen hat. Sowohl mit dem RX1602, als auch mit einem Yamaha MG Pult.
Anschließend habe ich zwei Behringer 1C, zwei JBL Control 5 und eine QSC HPR122i getestet.

Das erste was mir aufgefallen ist: Der Tascam bietet deutlich mehr Pegel als die anderen Pulte, die ich im Vergleich habe. Für mich ist das eine schöne Sache, da der Kurzweil PC3 mit unsymmetrischer Verkabelung weniger Pegel liefert, als andere Geräte.
Das zweite: Der Sound ist sehr offener und differenziert. Ich bilde mir ein, dass Feinheiten hier besser wahrzunehmen sind als beim RX1602. Gerade bei Streichern oder sich „bewegenden“ Synths ist das deutlich erkennbar.
Ob man das im Bandkontext alles hört, sei einmal dahingestellt. Kann auch Einbildung sein. Wer sagt schon, dass so ein teures Gerät schlechter klingt als das günstige? Eine Frequenzmessung habe ich natürlich nicht durchgeführt.

Der Funktionsumfang

Ein Grund für mich den Tascam zu kaufen waren seine zwei XLR Ausgangspaare und die Ground Lift Funktion des ST1 Ausgangs. Dadurch kann ich mir die DI Box sparen und sowohl den FOH Mix, als auch meinen Monitor Mix Stereo gestalten. Natürlich geht es auch Mono aber wenn man schon so viel Geld für Instrumente und den Sound in die Hand nimmt, will man doch auch etwas Luxus haben oder nicht?
Beide Ausgangspaare haben zusätzlich noch zwei Cinch Ausgangsbuchsen, so dass man das Signal intern auch noch einmal an einer anderen Stelle nutzen kann wenn man möchte.
Außerdem gibt es eine Erdungsklemme, die ich bis jetzt zum ersten Mal an so einem Gerät gesehen habe.

Jeder Kanal besitzt für jeden Ausgang einen Volumen Regler und am Ende befindet sich noch einmal ein Master Regler für jeden Ausgang. Die Kanäle lassen sich einzeln im Pegel schalten: -10 oder +4.
Dazu kommt ein sehr schönes Detail: Mit dem Kopfhörerausgang kann man jedes Ausgangspaar einzeln abhören.

Der zweite Ausgang lässt sich außerdem als AUX oder ST2 schalten. Das heißt, pre oder post Volumenpoti von ST1. Dies geht für jeden Kanal getrennt. Dafür befinden sich unter dem Gerät kleine Schalter.

Bei den Eingangskanälen wäre noch hervorzuheben, dass der 1. Kanal zusätzlich zum Klinke Line In auf der Rückseite, einen XLR Mikro Eingang auf der Front besitzt. Ein Umschalter für die Eingänge befindet sich direkt daneben.

Zusätzlich zu alledem gibt es einen Masterbus In und Out. Über diesen ist es möglich, mehrere Geräte zu Kaskadieren. Die Regelung des Outs läuft dabei über den ST1 Regler.
Der In lässt sich beiden Ausgängen zusammen oder getrennt zuweisen. Das heißt diesen kann man nicht nur zum Kaskadieren, sondern auch noch als zusätzlichen Input benutzen wenn doch mal einer fehlen sollte.

Fazit

389€€ sind meiner Meinung nach sehr viel Geld für einen „kleinen“ 1 HE Rackmischer, wenn man bedenkt, dass es den Alesis Multimix für 229€ und den Behringer RX1602 sogar für 119€ gibt.

Im Vergleich zum Behringer kann ich folgendes sagen: Der Tascam ist für mich in allen Bereichen das wertigere Gerät. Ob es den Aufpreis von 160€ zum Multimix oder sogar 270€€ zum RX Wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Beachten sollte man in jedem Fall, dass man sich die DI sparen kann, wenn man diese selbst mitbringt. Bei einer hochwertigen DI Box fallen auch noch einmal 50€ – 70€ an. Dadurch sinkt die Preisdifferenz schon auf 100€ bzw. 210€€. Immer noch viel Geld!

Den Behringer RX1602 habe ich zu diesem Zeitpunkt schon fast zehn Jahre eingesetzt und hatte keine Probleme zu verzeichnen und denke, er hätte auch noch weitere zehn Jahre mitgemacht. Ob der Tascam Mischer ebenso lange durchhält weiß ich nun leider nicht. Aber ich habe ihn für einen sehr guten Preis weiterverkauft und denke der neue Besitzer hat immer noch spaß an dem Teil.
Braucht man die speziellen Eigenschaften des Tascam nicht und ist hauptsächlich Live unterwegs, dann sollte man das Geld meiner Ansicht nach nicht unbedingt ausgeben. Da gibt es sicher andere coole Dinge, die man noch brauchen kann.

Mittlerweile befinden sich beide Geräte nicht mehr in meinem Besitz. Für fragen bin ich aber immer noch gerne zu haben.

 

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